Geschrieben am

Zeitnah mache ich gar nichts

clock-708187_640[1]Auf eingehende Mails antworte ich zumeist recht schnell. Mir aufgetragene Aufgaben erledige ich (fast alle) rechtzeitig. Wenn’s jemand eilig hat, kümmere ich mich bald, vielleicht sogar baldmöglichst um sein Problem. Vieles ist dann umgehend erledigt. Für manche Sachen fehlt mir aber die Zeit und die Lust, mich schnell damit zu befassen. In den meisten Fällen reagiere ich jedoch prompt, arbeite fix und werde zügig fertig.
Eines kann man jedoch nicht von mir verlangen: etwas zeitnah zu erledigen. Zeitnah ist mein persönliches Unwort des vergangenen Schuljahres und bei jeder Mail, in der ich gebeten werde, zeitnah zu reagieren, sträuben sich mir die Nackenhaare während gleichzeitig die Aversion gegen den per Mail Bittenden ungeahnte Ausmaße erreicht.

Geschrieben am

Frühling? Jetzt!

Es ist vollbracht! Nachdem ich den geeigneten Termin in den letzten beiden Jahren jeweils verpennt habe, ist es uns in diesem Jahr endlich mal wieder gelungen, rechtzeitig Tomatensamen in die Erde zu bringen! Besonders stolz bin ich darauf, dass ich vorher auch noch rechtzeitig beim Samenarchiv Bohl die passenden Sämereien bestellt und auch noch zum richtigen Zeitpunkt erhalten habe – wenn das mal kein Zeitmanagment ist. Der Aufwand einer Bestellung beim Samenarchiv (nix online, nur Geld oder Scheck samt Bestellung in einem echten, analogen Brief) ist dank der einmaligen Auswahl dort absolut vertretbar. Und nachdem ich dem Brief auf dem Hinweg noch ein Päckchen Hokaido-Samen vom letzten Jahr beigelegt habe, hat Herr Bohl mir zwei Tütchen Tomatensamen als Tauschobjekt beigelegt. In die Erde gekommen sind am 1. März:

  • Rote Stabtomate Calabacito Rojo „Hellrot, klein, gerippt, süßaromatisch“, „spaßige Gartensorte“
  • Buschtomate Almut „Rote und sehr ertragreiche Freiland-Buschtomate“
  • Rote Stabtomate Hybrid-2 Tarasenko „mit vollkommen durchgefärbte, fast dunkelroten Früchten“, „samenfest, keine Hybride!“
  • Stabtomate Abraham Lincoln „großfruchtige, an den Schultern etwas gerippte, doch eher glatte und platte, süßmild schmeckende … Frucht“
  • Rote Stabtomate Agora „Große, sehr feste und schöne rote Stabtomate aus Frankreich.“

Die teils blumigen Beschreibungen stammen ebenfalls aus dem Samenarchiv, genauer aus dem – mittlerweile auch digital erhältlichen – „Sortenbuch„, das einen mit dermaßen vielen Tomaten-, aber auch anderen Gemüsesorten erschlägt, dass die Auswahl unglaublich schwer fällt.

Jetzt müssen sie nur noch aufgehen und das Wetter draußen dann auch mitspielen…

Tomaten im Plastikhäuschen, dazwischen die Schulkresse von K1
Tomaten im Plastikhäuschen, dazwischen die Schulkresse von K1
Geschrieben am

Eichhörnchenfutterkasten

K2 hat sich beim letzten Besuch der Stadtbücherei ein Buch über Eichhörnchen mitgebracht. Eichhörnchen entdecken! (Link zu Amazon) hieß es und enthält allerhand possierliche Fotos und Geschichten rund um ein paar Eichhörnchen, die den Autor regelmäßig bis in seine Wohnung hinein besuchen. Unter anderem ist im Buch auch eine Futterbox für Eichhörnchen abgebildet mit deren Hilfe man – so man dem Buch glauben möchte – regelmäßigen Besuch der Nager im Garten bekommen würde.
Nun rennen bei uns schon immer zwei, drei Eichhörnchen durch den Garten und erfreuen sich insbesondere im Herbst an den Walnüssen. Wirklich regelmäßig kommen die flinken Tiere allerdings nie vorbei – was vielleicht auch ein wenig unserer Katze geschuldet ist, die sie mit großer Begeisterung bis in die Wipfel der Bäume und Büsche verfolgt. Nachdem K1 ohnehin gerne viel Zeit mit dem Ausprobieren seines Werkzeugkastens verbringt, haben wir uns an einem Nachmittag im Herbst an den Bau einens Futterkastens für Eichhörnchen gemacht. Neben ein paar Resten von OSB-Platten und einigen dünnen Ästen einer Hasel hat’s nur noch Ringschräubchen und etwas Draht für das improvisierte Scharnier des Deckels gebraucht. Aufgehängt haben wir den Kasten sichtgünstig an einer Hainbuche, sodass wir das Geschehen direkt vom Esszimmer aus beobachten können.
Und tatsächlich – die ersten 14 Tage ist schlicht gar nichts passiert (sieht man mal von dem Plüschhörnchen ab, das mir die Kinder stolz am Abend auf einem Foto präsentiert haben und auf das ich tatsächlich erstmal reingefallen bin). Mittlerweile – ein paar Wochen später – haben zwei Eichhörnchen das Futterhaus für sich entdeckt und kommen regelmäßig, meist einmal am Tag vorbei (jedoch nie gleichzeitig, da beginnt dann das gleiche Spiel wie mit der Katze nur ohne die Katze).

Eichhörnchenkasten
Reger Besuch am Eichhörnchenfutterkasten (die miese Bildqualität bitte ich zu entschuldigen)

Zur Zeit sind Eichhörnchenfutterkästen offensichtlich on vogue, denn es vergeht keine Woche, in der nicht in einem Bau- oder Gartenmarkt fertige Häuschen angeboten werden – wobei sich die ganze Familie natürlich darüber einig ist, dass die Kaufhäuschen keinesfalls auch nur annähernd mit dem minimalistischen Design des Selbstbastelkastens mithalten können…

Geschrieben am

Mebis – (m)ein Abenteuer

mebislogoBereits Ende Oktober hat der Herr Mess von seinem vielversprechenden Mebis-Versuch erzählt. Mebis geistert schon seit einiger Zeit durch die bayerische Schullandschaft und im November verdichteten sich die Hinweise, dass nun endlich nicht nur Realschulen und Gymnasien in den Genuss dieser Überlernplattform kommen sondern auch alle anderen Schularten. Konkret zu finden ist dazu allerdings nichts. Bei einem Versuch der Anmeldung, wird man gebeten, sich an den Mebis-Koordinator der Schule zu wenden.

Da Mebis (mit einiger Wahrscheinlichkeit) digital funktioniert, spricht einiges dafür, dass ich dieser Koordinator selbst bin – klassischer Kurzschluss. Bei der weiteren Fahndung nach dem schuleigenen Mebis-Zugang wurden wir dank einer netten Mail des Mebis-Supports im Infoportal (vulgo OWA-Postfach) der Schulleitung fündig. Ganz logisch angeordnet lässt sich das Antragsformular unter dem Menüpunkt „Umfragen“ ausfüllen und absenden. Nach dem digitalen Versand muss das nämliche Formular natürlich noch ausgedruckt und analog nach Dillingen geschickt werden – per Fax, Briefpost, Brieftaube, …

Nach einer knappen Woche Wartezeit erhält man den Zugang eine Handvoll Daten zu sogenannten eSessions – eineinhalbstündige Einführungsfortbildungen, die online an einem Nachmittag zu absolvieren sind. Die heiß ersehnten Zugangsdaten würden „unmittelbar nach Teilnahme“ an dieser eSession zugestellt. Da die nächste e-Fortbildung erst Mitte Januar stattfindet, müssen wir leider die sonst so sinnvoll zur Einarbeitung zu nutzenden Weihnachtsferien verstreichen lassen. Denn – so ergab eine weitere Nachfrage beim Mebis-Support – obwohl man uns die anfängliche Bedienung durchaus zutrauen würde, ist die eSession schlicht und ergreifend verpflichtend.

WTF?

Nun bin ich beruflich gehalten, mich an allerhand neuem digitalen Spielzeug zu erfreuen. Daher werde ich selbstverständlich gerne an einem Nachmittag im Januar 1,5 Stunden am PC zubringen um danach den Mebis-Zugang zu erhalten. Nun soll es aber auch „normale“ Lehrer bzw. (vielleicht schon nicht mehr ganz so) normale Systembetreuer geben. Wie groß wird wohl deren Begeisterung für Mebis sein, wenn bereits das Anmeldeprozedere soooo praktisch ist?!

Nachtrag
Mebis ist längst nicht für alle bayerischen Schulen zugänglich, sondern nur für die staatlichen. D.h., dass die Mebis-Abdeckung bei den Förderschulen, die vielerorts in der Hand privater Träger sind, wohl ohnehin nur bescheidene Ausmaße annehmen wird.

Geschrieben am

Fischertechnik? Fischertechnik!

Vor einem knappen Jahr hat ein Fischertechnik-Baukasten anlässlich des 6. Geburtstags von K2 den Weg in unser Haus gefunden. Kinder der 70er werden sich vielleicht noch selbst an Fischertechnik erinnern: Graue Grundbausteine (Quader mit Zapfen an den Stirn- und Nuten an den Längsseiten) ergänzen sich mit vielfältigen roten Zubehörteilen zu einem Baukastensystem, mit dem sich allerhand technischer Schnickschnack (nach-)bauen lässt. Mittlerweile ist die grau-rote Designlinie durch schwarze Grundbausteine und gelbe Statikteile wesentlich farbenfroher geworden, das Grundprinzip bleibt.
Im Vorfeld stand die Überlegung, was man einem Kind schenkt, das (wie hier fast jeder) eigentlich alles hat, dessen Lieblingsbeschäftigung das Werkeln mit dem (mittlerweile eigenen) Werkzeugkasten ist und das sich dabei gar nicht mal dumm anstellt. Zu Beginn waren wir auf der Suche nach Märklin-Metallbaukästen, deren Produktion und Verkauf allerdings anscheinend vor einigen Jahren eingestellt wurde. Nach einigen Stunden zielgerichtetem Internetsurfens sind wir bei Fischertechnik gelandet, wobei mir jede persönliche Vorbelastung damit fehlt (als Kind war ich mit Lego und Playmobil sozialisiert, Fischertechnik lag nur als wüster Haufen bei einem Nachbarskind herum, jedoch ohne jemals sinnvoll ‚bespielt‘ zu werden – der Haufen, nicht das Kind).
Im Laufe des vergangenen Jahres wurde der Fischertechnikkasten (es wurder der Advanced Universal – Link zu Amazon) erst sehr rege und dann mit wechselnder Begeisterung benutzt. Nach dem ersten Begeisterungstal befürchtete ich den Gang, den so viele halb-interessante Spielsachen gehen: den, in das große schware Loch im Spielzimmer, aus dem ein Auftauchen nur noch durch Besuchskinder möglich scheint, die den langweiligen Kram wieder kurz interessant erscheinen lassen. Wider Erwarten (aber doch irgendwie erhofft) taucht Fischertechnik immer wieder – und bei herbstlichem Wetter – zusehends häufiger auf und auch K1, die nicht ganz so gerne werkelt wir ihr Bruder, bastelt hin und wieder gerne nach Anleitung allerhand technisches Gerät.
Anders als bei dänischen Noppenstein-Alternative, ist der Bastelspaß eines Universal-Baukastens von Fischertechnik fast grenzenlos (okok, leichte Übertreibung): Mit der 180-seitigen Anleitung lassen sich über 40 Modelle nach Bauplan bauen und wenn man das Prinzip der einzelnen Bauteile mal verinnerlicht hat (was auch bei Kindern erstaunlich schnell geht), ist der technischen Phantasie keine Grenzen gesetzt. Allerdings wird über kurz oder lang (eher über kurz) der Wunsch nach Zusatzbauteilen aufkommen: Ein Motorset (XS reicht für den Anfang) haucht vielen Modellen echtes Leben ein, ein regelbarer Trafo vermeidet Batterie-Müllberge und überhaupt lebt das freie Konstruieren von möglichst viel zur Verfügung stehendes Material. Das ist dann der Moment, wo man auch von den fertigen Baukästen wegkommen kann und sich mit Gebrauchtmaterial aus den diversen Quellen eindecken kann, denn der Neupreis von Fischertechnik kann einem schon Tränen in die Augen treiben. So wurde unsere Sammlung relativ schnell durch ein grau-rotes Baustein-Konvolut ergänzt, indem sich auch ein zweiter Motor älterer Bauart findet.

Fischertechnik-Fabrik
Fischertechnik-Fabrik

Warum ich diesen Artikel (der mittlerweile viel länger als geplant wird) überhaupt und gerade jetzt schreibe, waren die letzten beiden Tage. K2 war krankheitsbedingt zuhause und suchte sich während Papas ‚Home-Office‘-Zeit Fischertechnik als Beschäftigung. Einige Tage zurvor musste ich ihn mit einem Youtube-Video eines Hochregallagers von Fischertechnik beeindrucken, das die ganze Familie mit zunehmend offenen Mündern bestaunt hat. Schließlich hat er selbst eine Fräs- bzw. Putzbrücke gebaut, die wir dann anschließend gemeinsam mit einem Förderband ergänzt haben. Das Ganze hat natürlich nicht mal im entferntesten die Qualität der Fabrik aus dem Video und noch nicht mal eine Steuerung (von Ein/Aus mal abgesehen), hat mir jedoch in beeindruckender Weise gezeigt, zu was Kinder mit dem richtigen Spielzeug in der Lage sind. Und vom pädaogischen Gedanken (was ist unser Kind doch gut gefördert, den ohne Förderung verkauft sich anscheinend ja kein Spielzeug mehr) mal abgesehen: Fischertechnik-Bauen macht richtig Spaß – vor allem, wenn hinterher alles funktioniert 🙂


Wischen, Bohren, Fräsen in der Mini-Fabrik

Für alle unenschlossenen, die noch vor der offenen Frage der Weihnachtsgeschenke, Geburtstagspräsente o.ä, stehen: Fischertechnik ist meine klare Empfehlung. Allerdings bloß nicht zu klein einsteigen – die Fischertechnic-Basic-Schachteln, die zwischen 10 und 20 Euro angeboten werden, wecken durch ihre beschränkte Modell- und Bausteinzahl mit großer Sicherheit keine lange Freude.

Kleiner Nachtrag zu meinem gestrigen Beitrag: Wer wirklich verrückte Fischertechnik-Bastler bzw. deren Modell bestaunen möchte, wir in der FT-Community fündig. Für Hardcore-Bastler, die das ganze auch noch theoretisch beleuchtet haben wollen, sei die Lektüre der ftpedia empfohlen.

Geschrieben am

Lieber Herr Google, das war ja wohl nix

LollipopIch nehme an, dass ein Update Update heißt, weil es irgendwas „nach oben“ in eine höhere Sphäre heben soll. Heute wurde mein mich treu begleitendes Nexus 4-Smartphone von eben so einem Update heimgesucht, das also alles besser machen sollte. Seit wenigen Stunden wohnt nun „Lollipop“ aka Android 5.0 auf meinem Handy und zieht mich deutlich mehr nach unten, als es ein „Up“date machen sollte:

  • Die Galerie ist weg. Danke Google, dass ich nun meine Fotos nur mit Google+ Fotos ansehen kann. Es ist auch fürchterlich praktisch, dass Google+ bei jedem Start Verbindungen was-weiß-ich-wohin aufmacht (mit der entsprechenden Wartezeit), nur weil ich gerade mein zuletzt aufgenommenes Bild ansehen möchte. Immerhin gibts mit QuickPic (und mit vermutlich dutzenden anderen Apps) eine kostenlose, performante und leicht zu bedienende Alternative.
  • Das Entsperren konnte so einfach sein: Einschalter drücken, Muster wischen, fertig. Nach dem Update darf jetzt erst noch nach oben gewischt werden, damit die Eingabe des Entsperr-Wischers möglich ist. Toll, Google!
  • Apropos Sperrbildschirm: Was war es praktisch, durch verschiedene Sperrbildschirm-Apps per seitlichem Wischen blättern zu können. Selbstverständlich sollte man eine solch durchdachte Funktionalität durch wahllos aufpoppende Benachrichtigungen ersetzen, deren „Geheimhaltungsstufe“ man zwar theoretisch einstellen kann, ohne jedoch genau zu wissen, was Mama Google uns damit eigentlich sagen will.
  • Stumm schalten oder wahlweise den Flugmodus aktivieren war so einfach: Etwas länger den Einschalknopf drücken und anschließend den entsprechenden Knopf antippen – prima. Google hat auch das in Lollipop als zu praktisch klassifiziert und so dürfen’s auch hier ein paar Wischer oder Tastendrucke mehr sein.
  • Fast unübertroffen ist allerdings das plötzliche und unumkehrbare Löschen der E-Mail-App durch Lollipop. Während ich als Google-Mail-Nutzer nicht betroffen bin, hat es einen Kollegen kalt erwischt: Die Mail-App ist weg und sein GMX-Account verweigert die Zusammenarbeit mit der Google-Mail-App (oder umgekehrt). Während der fortgeschrittene Nutzer mal eben bei GMX die passenden Server für POP und SMTP samt der richtigen Ports nachschlägt und in den erweiterten Einstellungen einträgt, steht Otto-Normal-User fassungslos vor dem Update-Scherbenhaufen und hofft auf kompetente Kollegen (die dann bei der Einrichtung scheitern, weil sie einen Punkt in der Mailadresse übersehen haben – aber dafür kann Lollipop ausnahmsweise nichts).
  • Dass beim Aufrufen des Multitasking-Menüs jetzt mannigfaltige Kärtchen im Stapeldesing auftauchen, die sich zwar prima und ganz rasant durchblättern lassen, ist ein netter obgleich unpraktischer weil unübersichtlicher Gag, der dem ganzen Update-Desaster noch die Krone aus dem Fass schlägt (oder so ähnlich).

Was hab ich mich damals über die Neuerungen beim Jellybean-Update gefreut – da ging’s noch up- äh – aufwärts. Momentan ist meine Begeisterung für Lollipop auf einem absoluten Tiefpunkt, sodass ich gerne die Bezeichnung Downdate dafür einführen würde. Sind wir gespannt, was die versprochene Akkulaufzeitverlängerung so bringt…